Projekt: Theater Kosmos / Spielzeit 2015

Das Bregenzer Theater Kosmos geht mit Humor, Satire und kritischem
Blickwinkel in ein komödiantisches Theaterjahr und präsentiert einen
spannenden Spielplan 2015: rund um anarchistische Rentnerinnen,
Superhelden, Infernos, gekränkte Männlichkeiten und den Irrsinn des
scheinbar Normalen.

Den Auftakt machte im Februar die Uraufführung von "Die Reise nach Islamabad".
Autor Klaus Chatten schrieb mit dem Stück eine Liebeserklärung an die unverwüstliche
Lebenskraft einer ganzen Frauengeneration, die sich durch alle Wirren der Zeit hindurch
ihre Unabhängigkeit, ihren Humor und vielleicht auch eine gewisse anarchische
Ungezogenheit bewahrt hat. Im April ging es mit "Geld und Gott" weiter, einer originellen
und amüsanten Parabel auf das Böse in der Welt der Spekulanten und des Geldes.
Die Superhelden-Komödie frei nach Dante spielt mit kühn zusammen gewürfelten
Ingredienzien, zitiert lustvoll, parodiert und collagiert, von der Göttlichen Komödie über
Batman und anderen Comic-Mythen bis hin zu Filmen der 1930er/40er Jahre. Als dritte
Produktion stand im Herbst "Die Stadt", ein Stück des englischen Autors Martin Crimp,
als österreichische Erstaufführung auf dem Programm. Die Probleme kommen meist
von außen hereingekrochen ins traute Heim und nicht selten ist es eine unmenschliche
Arbeitswelt, die die eheliche Zermürbung gnadenlos in Gang setzt. Der Meister des
Suspense wandelt die Handlung zur Nicht-Handlung und nach und nach lösen sich alle
vermeintlichen Gewissheiten auf, den Figuren zerfällt ihre eigene Existenz und der Irrsinn
des scheinbar Normalen hält sie umklammert. Als vierte Produktion stand zu Ende des
Jahres die Uraufführung von "Urologie" auf dem Spielplan, das Stück ist ein Auftragswerk
an den Vorarlberger Autor Wolfgang Mörth. Ein Krankenzimmer, belegt mit drei Männern
aus drei Generationen: Alle drei nicht nur unterschiedlichen Grades gesundheitlich
angeschlagen, sondern auch, was ihren Stolz angeht und ihr Selbstverständnis betrifft.
Denn dort, wo sich ihr Leiden verdichtet, befindet sich das Zentrum ihrer Männlichkeit.
Und so nimmt das witzig-schräge Krankenspiel seinen Lauf. Darüber hinaus gab es
zahlreiche Rahmenveranstaltungen zu den einzelnen Produktionen. Ebenso standen
bewährte Veranstaltungsreihen wie Jazz im Foyer, Aspekte Tanz und Musik im Dialog,
Kosmos-Diskurs, Junge Kammermusik, Chorprojekte und Ausstellungen sowie das
Kosmodrom auf dem Programm. Auch die wichtige Aufgabe des Kosmodroms, jungen
Vorarlberger Talenten aus anderen Bereichen der darstellenden Kunst ein Podium zu
geben, wurde im Jahr 2015 fortgesetzt. feldmann05 unterstützt die Pressearbeit des
Theater Kosmos schon seit einigen Jahren.

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www.theaterkosmos.at
Eine Chaiselongue, ein Drehscheibentelefon und eine
blumenübersäte Tapete: in einer farbprächtigen Retro-
Kulisse gelangte das Stück "Die Reise nach Islamabad"
von Klaus Chatten auf die Bühne, eine Komödie über
Freundschaft und Wahnsinn.
Foto: Gerhard Kresser / Theater Kosmos
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